Fotovoltaik für die Schweiz – nichts weiter als eine energiepolitische Bilanzkosmetik!

In seiner Energie- und Klimapolitik, die die Schweiz bis 2050 von den fossilen Energieträgern weg- und hin zu den erneuerbaren Energien führen soll, favorisiert der Bundesrat die Solarenergie, insbesondere die Fotovoltaik, deren Basissysteme heute fast ausschliesslich aus China kommen. Damit führt er unser Land sowohl energie- als auch klimapolitisch in eine Sackgasse. Denn die Stromversorgung erträgt nur etwa 25 bis 30 Prozent unregelmässig fliessenden Solarstrom, wenn es nicht zu Netzzusammenbrüchen und schwerwiegenden Blackouts kommen soll. Was aber eher noch schwerer wiegt, ist die Tatsache, dass die angebliche „Gratisenergie von der Sonne“ gar nicht CO2-neutral ist, wie dies stets behauptet wird. Denn für die Produktion von Fotovoltaik-Anlagen werden grosse Mengen Energie benötigt, deren Nutzung ebenso grosse Mengen an CO2 freisetzt. Nach den Berechnungen von zwei Fachgremien setzt die Herstellung von Fotovoltaik-Anlagen, die im sonnenarmen Mittel- und Nordeuropa zum Einsatz gelangen, mehr CO2 frei als sie – auf die ganze Lebensdauer gerechnet – durch die Produktion elektrischer Energie aus der Sonnen-Einstrahlung einsparen können. Was bedeutet, dass hierzulande die CO2-Bilanz der Fotovoltaik tendenziell schlechter ist als jene moderner, mit fossilen Energieträgern betriebener Hochleistungs-Kraftwerke. Eine Bestätigung mehr für den Sachverhalt, dass an der Biopyrolyse zur wirtschaftlichen Lösung des CO2-Problems kein Weg vorbeiführt.

Die Energiestrategie 2050 setzt zur Vermeidung von CO2-Emissionen in hohem Masse auf die Fotovoltaik. Und seitens der Befürworter einer stringenten schweizerischen CO2-Politik ist stets wieder zu vernehmen, wie sehr sich die Effizienz der Fotovoltaik-Panels in den letzten Jahren verbessert habe und wie sehr zugleich die Anlagekosten gesunken seien. Und es wird in Aussicht gestellt, dass die Versorgung des Landes mit elektrischer Energie – einschliesslich jener, die zusätzlich zur Umstellung des Strassenverkehrs von Verbrennungs- auf Elektroantriebe benötigt wird – zu einem grossen, möglichweise gar überwiegenden Teil mit der Sonnenenergie werde bestritten werden können.

Das sind natürlich Taschenrechnerspielchen, die wesentliche Bedingungen einer kontinuierlichen und sicheren Versorgung mit elektrischer Energie ausklammern. Denn diese ist nur möglich, wenn die Stabilität des Verteilnetzes gewährleistet werden kann. Und die wiederum erträgt nur geringste Toleranzen, sonst dräut die Gefahr eines Netzzusammenbruchs bzw. Blackouts. Schon heute haben die Operateure oft alle Hände voll zu tun, um grosse Verbraucher zeitweise vom Netz zu trennen und weitere Stromproduzenten aufzuschalten, damit die Netzspannung stabil bleibt. Netzspezialisten gehen davon aus, dass ein Versorgungsnetz nur etwa 30 % unregelmässig fliessende Einspeisungen erträgt, wenn es nicht zu einem Zusammenbruch kommen soll.

Denn je mehr zuverlässige Bandstrom-Produzenten sich aus dem Netz verabschieden und je stärker dieses durch das Einspeisen von Flatter- und Zappelstrom aus Wind- und Fotovoltaikanlagen strapaziert wird, desto schwieriger gestaltet sich für die Verantwortlichen die Aufgabe, das Netz stets innerhalb eines engen Toleranzbereichs um 49,9 Hertz stabil zu halten. Eine minime Unter- oder Überspannung kann rasch zu einer Kettenreaktion und einem Zusammenbruch des Netzes führen, dessen Restituierung sich in der Folge über lange Zeit hinziehen kann.

Mit ihrer aktuellen Energiepolitik, die einerseits auf einen Verzicht auf Kernkraftwerke hinausläuft und anderseits den Stromverbrauch weiter forciert, – so namentlich durch die undifferenzierte Förderung der e-Mobility und den Ersatz von immer mehr Oel- und Gasfeuerungen durch elektrisch betriebene Wärmepumpen – wird die Stromlücke grösser und grösser. Schizophrenie pur. Dies umso mehr, als die auf die permanente Produktion elektrischer Bandenergie fokussierten Kernkraftwerke akkurat jenen Dauerstrom liefern, der für die Aufrechterhaltung der Netzstabilität und für die Vermeidung grösserer Stromausfälle unerlässlich ist.

Wenn man Politiker auf diesen Sachverhalt anspricht, so erhält man von Links-Mitte in der Regel zur Antwort, dass es sich dabei lediglich um dramatisierende Behauptungen der Elektrizitätswirtschaft handle und dass ja bislang noch nie ein solcher Versorgungs-Gau eingetreten sei. Oder man hört, dass die schon in Kürze zu erwartende Klimakatastrophe jeden Blackout aufwiege. Oder aber – dritte Variante – es sei unerlässlich, die Energiewirtschaft vor eine Extremsituation zu stellen, denn nur so könne diese dazu motiviert werden, endlich die Entwicklung von Alternativ-Energien zu forcieren. Mit anderen Worten: Die Sorglosigkeit der zuständigen Behörden in dieser Frage findet ihr Pendant im beschränkten kognitiven Potenzial der politischen Mehrheitsbeschaffer.

Tatsächlich ist die Gefahr grösserer Blackouts keine Erfindung der Elektrizitätswirtschaft, sondern absolut real und nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Demgegenüber scheint derzeit sowohl bei der Bevölkerung als auch bei den politischen Entscheidungsträgern jede Perspektive dafür zu fehlen, wie ein solcher Blackout ablaufen würde und welche direkten wie auch kollateralen Konsequenzen er nach sich ziehen könnte. Denn ein Blackout – worunter nicht etwa ein kurzfristiger und lokal eng begrenzter Stromausfall zu verstehen ist, wie er täglich zu Dutzenden vorkommt, sondern vielmehr ein flächendeckendes Ereignis mit Millionen Betroffener und von ausgesprochen langer Dauer – hat in unserer „Drucktasten-Gesellschaft“, in welcher heute fast jeder noch so einfache Vorgang mit elektrischer Energie bewegt und elektronisch gesteuert wird, einen Totalausfall all dessen zur Folge, was unsere physische Existenz sichert.

In den Anfängen einer entsprechenden Generalpanne der Stromversorgung mögen zwar Notstrom-Aggregate und batteriebetriebene Systeme noch gewisse rudimentäre Funktionen sichern, doch handelt es sich dabei in den meisten Fällen lediglich um wenige Stunden. Erst nach und nach dürfte den Betroffenen in einem solchen Fall bewusst werden, wie sehr sie im Verlaufe der letzten Dezennien in die totale Abhängigkeit der unbeschränkten Strom-Verfügbarkeit geraten sind. Denn in den letzten Jahren wurde nahezu jeder Lebens- und Geschäftsbereich so gnadenlos elektrifiziert, automatisiert und vernetzt, dass heute kaum mehr jemand weiss, wie man sich ohne Zuschaltung elektrischer Energie die Zähne putzt. Dadurch ist ein gewaltiges Klumpenrisiko entstanden – dergestalt, dass uns ein längerer Strom-Totalausfall weitgehend ratlos liesse.

Konkret handelt es sich um ein Desaster, welches in Europa innerhalb kürzester Zeit und über weite Flächen um sich greifen kann. Dass es sich dabei nicht etwa um eine Fiktion handelt, sondern jederzeit bittere Realität werden kann, zeigt sich in verschiedenen Indizien und Vorstufen, die sich in jüngerer Zeit zu häufen beginnen und die sich auch in der stets umfangreicheren Pannenstatistik der Versorgungsbetriebe niederschlägt. Und in dieser prekären Situation leistet sich die EU den Luxus, die Schweiz von der Teilnahme am europäischen Elektrizitätsnetz auszuschliessen, weil sie das Land auf diese Art unter Druck setzen und zum Abschluss eines Rahmenvertrags zwingen möchte. Damit dürfte sich die EU mittelfristig selbst ins Bein schiessen. Auch diese Handlung steht stellvertretend für eine realitätsferne Politik, die sich auf die Vermeidung virtueller und diffuser Risiken fokussiert und zugleich deren pragmatische Lösung hintertreibt, während sie umgekehrt die realen und dokumentierbaren Gefahren, die sie damit heraufbeschwört, ignoriert und negiert.

Fazit für die Fotovoltaik: Deren Maximal-Anteil zur Deckung der durch das Abschalten der Kernkraftwerke und den zu erwartenden Zusatzbedarf entstehenden Stromlücke beträgt ca. 40 Prozent bzw. ca. 25 Prozent des gesamten Strombedarfs, wenn die Netzwerkstabilität gehalten und Blackouts vermieden werden sollen. Was konkret bedeutet, dass man für die Deckung des zu erwartenden Stromversorgungs-Defizits von ca. 30 bis 35 Prozent noch keine Lösung hat – ja nicht einmal eine konkrete Idee, wie diese Lösung aussehen könnte.

Das ist aber nur der eine Teil der facettenreichen Thematik. Der andere ist der, dass man sich von der Behauptung wird verabschieden müssen, dass es sich beim Strom, der hierzulande mittels Fotovoltaik produziert werden kann, um CO2-neutrale Energie handle. Denn auch hier steht letztlich die Frage im Raum, wieviel CO2 in die Atmosphäre entweicht, ehe eine Fotovoltaik-Anlage ihren Betrieb aufnehmen kann. Und somit die Frage, wieviel Energie benötigt wird, um die vermeintliche „Gratis-Energie der Sonneneinstrahlung“ zu nutzen. Oder nochmals anders gefragt: Wieviel CO2 verursacht letztlich jede von einer Fotovoltaik-Anlage produzierte Kilowattstunde?

Ob der durch solche Anlagen produzierte Strom wenigstens partiell als CO2-neutral bezeichnet werden kann, lässt sich mittels eines Modells errechnen, welches als Resultat den Faktor EROI (für Energy Return On Energy Input) liefert. Lautet dieser Faktor 1, so liegt die CO2-Bilanz einer Solarstrom produzierenden Anlage gleichauf mit einer solchen, die elektrische Energie mittels fossiler Brennstoffe produziert. Liegt der Faktor darüber, so schneidet erstere im Vergleich zu den mit fossilen Energieträgern betriebenen Elektrizitätswerken um den entsprechend hochgerechneten Prozentsatz günstiger ab.

Woraus erhellt, dass es nichts anderes denn ein Fake ist, zu behaupten, dass die Fotovoltaik CO2-neutral sei. Denn sie schneidet aus CO2-technischer Sicht gegenüber konventionellen Oel-, Gas- und Kohlekraftwerken lediglich um eine bestimmte Prozentquote besser ab, wenn der EROI-Faktor über 1 liegt – und umgekehrt schlechter, wenn der Faktor niedriger ist. Somit müsste es den Politikern und Behörden die Schamröte ins Gesicht treiben, wenn sie den Stimmbürgern gegenüber beteuern, dass die aus der Sonnen-Einstrahlung gewonnene elektrische Energie keinerlei Kohlenstoffdioxid verursache.

Wieviel nun der EROI-Faktor einer Fotovoltaik-Anlage über oder unter dem Niveau 1 liegt, hängt im Wesentlichen von deren Standort ab. So dürfte der Faktor in den heissen Weltgegenden wie z. B. den afrikanischen Wüstenregionen weit über 1, in Mittel- und Nordeuropa dagegen wesentlich darunter liegen. Für die Schweiz haben zwei Expertenteams unabhängig voneinander den Faktor 0,9 berechnet. Was nun nichts anderes bedeutet, als dass unser Land sich die Fotovoltaik als Beitrag zur Erreichung von „Netto Null“ abschminken muss. Die zu wesentlichen Teilen auf die Fotovoltaik aufbauende Energiestrategie 2050 wie auch das neue CO2-Gesetz werden dadurch zur Makulatur.

Was bedeutet nun dieser Sachverhalt für die Energiepolitik der Schweiz? Nicht mehr und nicht weniger, als dass sie sich mit ihrer Favorisierung der Fotovoltaik – die zu allem Übel auch noch hoch subventioniert wird – total verrannt hat: Auf der einen Seite kann die Fotovoltaik die Stromlücke nicht schliessen und auf der anderen kann sie bei pragmatischer Betrachtungsweise keinen Beitrag leisten für die verbindlich erklärten Zielsetzungen „Netto Null“ und die Erreichung der Vorgaben des Pariser Klimaabkommens bis zur Deadline von 2050.

Dies heisst nun konkret, dass an der Biopyrolyse zur nachhaltigen CO2-Kompensation – zu der sich die Schweiz bekanntlich verpflichtet hat – kein Weg vorbeiführen wird. Denn mit dieser Technologie kann die Schweiz nicht nur innerhalb von rund 20 Jahren CO2-neutral werden und zugleich einen äusserst wertvollen Beitrag zur Erhaltung bzw. Regeneration der landwirtschaftlichen Areale und damit der terrestrischen Ernährungsgrundlagen leisten, sondern ausserdem ihre Versorgung mit elektrischer Energie auf eine neue, dezentrale Basis stellen.

Dies mittels neuartiger, hocheffizienter Mehrstoff-KWK-Anlagen (d.h. Systeme zur Koppelung von Kraft und Wärme) einer neuen Generation. Diese Anlagen arbeiten mit CO2-kompensiertem Diesel als Basis-Treibstoff und einem Spektrum frei zuschaltbarer Fluide – d.h. Brenn- und Treibstoffen in flüssigem und gasförmigem Zustand –, die einen Motor einer neuen Wirkungs- und Leistungsklasse antreiben, Strom und Wärme liefern, mit weiteren Wärmequellen auf Dach und Boden verbunden und untereinander lokal oder regional so vernetzt sind, dass die Versorgungssicherheit jederzeit gewährleistet ist.

Diese verheissungsvolle Option müsste auch Bundesrätin Simonetta Sommaruga entgegenkommen und sie veranlassen, die Studie der Universitäten Edinburgh und Newcastle über die Lösung des CO2-Problems durch Biopyrolyse beim UVEK aus der Schublade zu holen. Dies für den Fall, dass sie sich von ihrer Fixierung auf irreale energiepolitische Vexierbilder lösen kann – hat sie doch jüngst mit Blick auf die rund 8 Milliarden CHF, die die Schweiz jährlich für den Import fossiler Energieträger hinblättert, den Willen geäussert, Anreize zu schaffen, damit „die Investitionen in den Klimaschutz für Aufträge und Arbeitsplätze in unserem Land sorgen.“

Nun, mit der Förderung der Biopyrolyse und der dezentralen Stromversorgung im hier skizzierten Sinne hätte sie die Chance, ihren häufig bloss fürs Protokoll gesprochenen Worten Taten für die Realität folgen zu lassen. Und einen beschäftigungswirksamen Investitionsstrom in Gang zu setzen, der effektiv sowohl klima- und umelttechnische wie auch geldwerte Vorteile bietet. Was sich umso mehr anbieten würde, als mittlerweile praktisch alle Fotovoltaik aus China kommt – mit vergleichendem Bezug auf die Erdölimporte eine Situation, die den Regen durch die Traufe ersetzt…