Sackgassen des neuen CO2-Gesetzes: Weitere 4 triftige Gründe für mehr Realitätssinn und weniger Reglementierungen in der Klimapolitik

Kohlenstoff oder CO2 sequestrieren?

Seitdem der Weltklimarat erkannt hat, dass ein Totalverzicht auf die Nutzung fossiler Brenn- und Treibstoffe bis 2050 nicht zu schaffen sein wird und deshalb auch die Sequestrierung von CO2 empfiehlt, häufen sich derzeit die Vorschläge, CO2 auf möglichst komplizierte und teure Art aus Luft und Abluft zu isolieren und danach möglichst dauerhaft in alten Lagerstätten – wie beispielsweise erschöpften Erdöl- und Erdgasfeldern – verschwinden zu lassen. Methoden zur Sequestrierung von CO2 machen jedoch nur dann Sinn, wenn das Gas möglichst kostengünstig aus der Abluft von Verbrennungsprozessen abgeschieden und anschliessend wiederverwendet werden kann – so zum Beispiel zur Beschleunigung des Pflanzenwachstums in Gewächshäusern oder zur Herstellung synthetischer Energieträger. Alles andere – so beispielsweise die erwähnte Verpressung ins Erdreich – ist blanker Unsinn. Denn zwei Drittel des CO2 bestehen aus völlig unproblematischem Sauerstoff. Und es grenzt an Schwachsinn, diesen zusammen mit dem Kohlenstoff sequestrieren zu wollen, wenn anderseits die Möglichkeit besteht, den Kohlenstoff relativ kostengünstig abzuspalten und in seiner inerten Form als vielseitig verwendbaren Wertstoff einzusetzen.

Was sind „Treibhausgasemissionen“?

In seinem Gegenentwurf zur Gletscher-Initiative will der Bundesrat unter dem Titel „Klimapolitik“ den Begriff „Treibhausgas“ in die Verfassung schreiben. Das ist eine saloppe und unwissenschaftliche Bezeichnung für einen lebenswichtigen Stoff, ohne den ein Leben auf der Erde nicht denkbar ist und der zufolge einer durch Laborversuche gestützten These nur dann zu einer stärkeren Erderwärmung beiträgt, wenn er im Übermass in die Atmosphäre gelangt. Der politisch gefärbte und vom Zeitgeist geprägte Begriff hat deshalb im nationalen Grundgesetz nichts zu suchen. Vielmehr müsste man sich an die korrekte Bezeichnung „Kohlenstoffdioxid“ halten. Letztere kann durchaus Bestandteil einer Verfassung sein – aber auch nur, wenn die Zielsetzung zur Reduktion des CO2-Gehalts in der Atmosphäre nicht einseitig auf eine brachiale Verminderung des Verbrauchs fossiler Energieträger fokussiert ist, sondern wenn auch das CO2-Recycling gleichberechtigt zur Erreichung der Zielsetzungen der Energiestrategie 2050 bzw. der Vorgaben des Pariser Klimaabkommens Erwähnung findet.

Weitere Möglichkeiten wirtschaftlichen CO2-Recyclings

Es besteht kein Zweifel, dass die Neutralisierung von CO2 durch Rezyklieren des Kohlenstoffs am Kostengünstigsten mittels Pyrolyse von Biomasse erreicht werden kann. Zumal sich hier die Rückgewinnung und Inertisierung von Kohlenstoff als Nebenprodukt eines selbsttragenden Verfahrens zur Gewinnung von Biokohle und Wärme vollzieht. Daneben gibt es noch weitere Recycling-Verfahren, die jedoch wegen ihres teilweise extrem hohen Aufwands an Energie und Kosten vorderhand ausser Betracht fallen. Immerhin könnte es im einen oder anderen Falle gelingen, die Hürde allzu geringer Wirtschaftlichkeit zu überwinden. Was bereits heute sinnvoll erscheint, ist die Umwandlung von CO2 in Ethanol mit Hilfe von Mikroorganismen – ein Verfahren, das von einem amerikanischen Startup-Unternehmen entwickelt wurde. Erzeugnisse aus einer entsprechenden Pilotanlage werden von einem schweizerischen Grossverteiler bereits zur Herstellung von Reinigungsmitteln verwendet. Allerdings handelt es sich bei dieser Form der Nutzung nicht um eine dauerhafte und vollständige Kompensation von fossilen Energieträgern, sondern lediglich um eine partielle Reduktion, da bei der Verwendung der Reinigungsmittel wieder CO2 freigesetzt wird.

Was die Schweiz tun kann, wenn es ihr mit dem Klimaschutz ernst ist

Die CO2-Reduktion mit Hilfe des Kohlenstoff-Recyclings kann von jeder Region und jedem Land eigenständig betrieben werden, ohne dass es dazu einer neuen internationalen Vereinbarung bedarf. Die Aussichten sind sogar günstig, dass eine Nation oder ein grösserer Verband, der hier die erste Umsetzung unternimmt, mit dem guten Beispiel vorangehen kann und rasch Nachahmer findet. Wenn also die Schweiz mit der Biopyrolyse-Technologie die ersten Schritte in Richtung einer systematischen CO2-Bewirtschaftung unternimmt, so hat sie nicht nur beste Aussichten, das CO2-Problem gemäss Pariser Klimaabkommen für sich selbst nach dem Grundsatz „pacta sunt servanda“ lösen zu können, sondern auch ein gewaltiges umwelt- und klimatechnisch unbedenkliches Technologie- und Wirtschaftspotenzial in Gang zu setzen. Denn die Biopyrolyse ist nicht nur eine Schlüsseltechnologie für die Lösung des Klima-, des Energie- und des Ernährungsproblems, sondern zugleich ein Potenzial für naturgerechte Lösungen des menschlichen Masses für eine Vielzahl von Problemen, die heute aufgrund der geostrategischen und geopolitischen Gemengenlage unlösbar erscheinen. Das Land verfügt dafür über alle erforderlichen Ressourcen für eine Technologieführerschaft, die hier auch verschiedenen in einen Zustand der Schwäche oder Lethargie geratenen Wirtschaftszweigen zu neuem Auftrieb verhelfen könnte. Dies wäre jedenfalls eine weitaus bessere Option, als sich zwanghaft unter die lahmen Fittiche einer an latenter Auszehrung leidenden EU begeben zu wollen.   Dies ist ein Absatz. Klicken Sie hier, um Ihren eigenen Text einzugeben. Erzählen Sie hier Ihre Geschichte und verraten Sie Ihren Besuchern etwas mehr über sich.