Sackgassen des neuen CO2-Gesetzes: Weitere 6 triftige Gründe für mehr Realitätssinn und weniger Reglementierungen in der Klimapolitik

 

Mit Baumpflanzungen das Klima retten?

Zu den multiplen Vorschlägen, wie dem überschüssigen CO2 in der Atmosphäre beizukommen sei, zählt auch der Rat, weltweit möglichst viele Bäume zu pflanzen. Bereits sind manche – vorwiegend grössere – Unternehmen auf diesen Zug aufgesprungen und tun ihrer Klientel lautstark kund, wie sehr sie sich durch die Unterstützung dieser (nota bene kostengünstigen) Methode für den Klimaschutz engagieren. Klingt besser als es ist: Zwar vermögen Bäume tatsächlich beachtliche Mengen CO2 zu absorbieren, doch ist deren Pflanzung erst die Hälfte der Musik. Denn mit der Aufzucht grosser Mengen zusätzlicher Bäume unter dem Titel des Klimaschutzes verschiebt man das Problem lediglich um den Zeitraum ihrer Lebenserwartung: Wenn das Holz dieser Bäume später verbrannt wird oder verrottet, so setzt es den gespeicherten Kohlenstoff in der Form von CO2 wieder frei. Und die in einem grossen Teil aller Klimazonen heimischen Laubbäume lassen Jahr für Jahr schon mal ihr Blattwerk verrotten. Fazit: Um das aus der Nutzung fossiler Energieträger laufend freigesetzte CO2 (derzeit 35 Milliarden Tonnen pro Jahr) zu kompensieren, müssten Jahr für Jahr rund 24 Milliarden Tonnen Holz aus Neupflanzungen nachwachsen. Die Kapazitätsgrenzen wären dadurch rasch erreicht. Die Rechnung kann somit nur dann aufgehen, wenn die Bäume – und mit ihnen grosse Teile der jährlich anfallenden gewaltigen Mengen an ungenutzter Biomasse – mittels biopyrolytischer Methoden in Biokohle umgewandelt und damit nicht bloss zwischenzeitlich gespeichert, sondern echt rezykliert und auf Dauer inertisiert werden.

Biologische Nutzung der Sonnenergie zur CO2-Vermeidung ist wirtschaftlicher!

Die CO2-Gesetzgebung und die Energiestrategie 2050 sind auf eine massive Bevorzugung der Sonnenenergie ausgelegt. Dabei wird jedoch einseitig die technologisch orientierte Fotovoltaik favorisiert, während die biologische Variante gänzlich ausgeklammert wird. Das ist – mit Verlaub – Schwachsinn pur. Denn bei der natürlichen Variante handelt es sich um die Fotosynthese, ohne die ein Leben auf der Erde undenkbar wäre. Dabei wird CO2 mit Hilfe von Sonnenlicht in Biomasse umgewandelt. Und diese kann in der Folge mittels biopyrolytischer Verfahren in Wärme und Biokohle umgewandelt werden. Diese Nutzungsart der Solarenergie ist – wenn sie in den Dienst der CO2-Reduktion in der Atmosphäre gestellt wird – unter Berücksichtigung des technischen und finanziellen Aufwands wie auch der Nutzungsdauer wesentlich effizienter als jede noch so ausgeklügelte Fotovoltaik-Anlage. Denn während die Funktion der Fotovoltaik auf die Sonnenscheindauer beschränkt bleibt und sich die Speicherung elektrischer Energie extrem aufwändig gestaltet, ist Biomasse und vor allem der daraus gewonnene Kohlenstoff unbeschränkt lagerfähig. Was konkret bedeutet, dass CO2-Vermeidung mittels biopyrolytischen Kohlenstoff-Recyclings in jedem Falle kostengünstiger ist als Fotovoltaik. Was anderseits jedoch nicht heissen soll, dass auf die Fotovoltaik zu verzichten sei. Wohl aber, dass diese Technologie auf jene Fälle zu beschränken sei, in welchen sich deren Einsatz wirtschaftlich oder versorgungstechnisch rechtfertigt.

Die CO2-Kostenwahrheit nach Nobelpreisträger Prof. William Nordhaus

Prof William D. Nordhaus, Dozent für Volkswirtschaftslehre an der Universität Yale und früherer Präsident der „American Economic Association“, erhielt 2018 den Wirtschaftsnobelpreis für seine Arbeiten im Bereich der „Integration des Klimawandels in die langfristige makroökonomische Analyse“. Aufgrund seiner umfassenden Analyse-Arbeiten zur Frage der CO2-Kompensation kam er zum Schluss, dass es möglich sein müsste, auf der Grundlage einer Belastung jeder Tonne freigesetzten Kohlenstoffdioxids mit 40 US-Dollar innerhalb der gesetzten Deadline von 30 Jahren die CO2-Belastung der Atmosphäre zu stabilisieren – sei es durch CO2-freie Energien oder durch CO2-Rückgewinnung. Diese auf Erfahrungszahlen, Projektionen von Innnovationen in statu nascendi wie auch auf Extrapolationen beruhende Berechnung ist nahezu identisch mit den Werten, die sich durch eine weltweite Proliferation der Biopyrolyse-Technologie für die Rückgewinnung von Kohlenstoff durch die pyrolytische Umwandlung von Biomasse aller Art in Wärme und Biokohle erzielen lassen. Entsprechende Berechnungen kommen zum Schluss, dass sich mit einer Entschädigung jeder Tonne CO2, die durch das Verbrennen fossiler Brenn- und Treibstoffe freigesetzt wird, mit rund 40 bis 50 € der gesamte auf die Nutzung fossiler Energieträger zurückzuführende Kohlenstoffdioxid-Ausstoss kompensieren lässt. Dies wäre – auf den gesamten aktuellen CO2-Ausstoss der Schweiz bezogen – mit einem Aufwand von rund 1, 5 Milliarden CHF zu schaffen – und nicht mit jenem Irrsinsaufwand von mehr als 100 Milliarden CHF pro Jahr, welchen die sinngemässe Umsetzung des CO2-Gesetzes und der Energiestrategie 2050 mit ihrer partiellen Umkrempelung der Wirtschaft und der Infrastruktur nach sich zöge. Allein die CO2 Abgaben auf Heizöl würden sich auf 60 Rappen pro Liter erhöhen – und dies erst noch ohne direkte Mittelverwendung für die CO2-Reduktion! – wogegen ein kostendeckendes CO2-Recycling sich lediglich auf 15 Rappen pro Liter stellen würde. Das entlarvt das CO2-Gesetz als Instrument zum Diebstahl am Konsumenten und nicht als Mittel zum Klimaschutz.

Die realen Kosten des CO2-Gesetzes: bis 20% Einkommensverlust!

Die Landesregierung hat sich bislang darüber ausgeschwiegen, wie sich die Kosten der im Rahmen des CO2-Gesetzes und der Energiestrategie 2050 geplanten Umstellungs-Massnahmen auf die einzelnen Haushalte gesamthaft – und nicht bloss durch die schöngeredete Energieverteuerung – auswirken werden. Bei letzterer wird seitens der Landesregierung und der Klima-Interventionisten geltend gemacht, dass „Netto Null“ die Haushalte lediglich mit etwa hundert Franken pro Jahr belasten dürften, was absolut tragbar sei. Doch was man sich da unter dem die Sinne vernebelnden Einfluss eines Wunschdenkens aus den Fingern gesogen hat, ist leider bar jeder Realität. Denn hohe Mehrkosten künden sich nicht nur im Bereich des Energiehaushalts an, sondern geradezu exponentiell auch in der Domäne der öffentlichen und privaten Investitionen, der multiplen Subventionen, Beihilfen und Entschädigungen sowie der gesamten Infrastruktur. So hat der Hauseigentümerverband errechnet, dass die Bau- und Heizkosten schon allein wegen des Umrüstungsbedarfs massiv ansteigen werden. Und diese wiederum werden sich auf die Mietkosten umlagern und nicht nur zu einem starken Anstieg der Mieten führen, sondern auch – als Folge dessen, dass viele Leute ihre Mietkosten nicht mehr werden bezahlen können – auch auf die Sozialhilfe. Und die Schweizer Hoteliers sind zum Schluss gekommen, dass die Umsetzung des CO2-Gesetzes zu massiven Investitionen führen werde, die die Branche nicht zu tragen vermöge. Deshalb werden schon heute massive Subventionsforderungen gestellt, die letztlich die Steuerzahler treffen werden. Das Ganze dürfte sich nicht in einem zu vernachlässigenden Mehraufwand von ein paar hundert Franken, sondern in einem faktischen Einkommensverlust von 15 bis 20 % niederschlagen. Diese Schätzung korreliert mit jener der neuseeländischen Regierung, die die Kosten von „Netto Null“ auf 16% des Bruttoinlandprodukts veranschlagt. Diese faktischen Verluste werden zwar nicht in der Konjunkturstatistik zu erkennen sein – zumal sich ja hier paradoxerweise auch die Behebung von Schäden als Wachstum darstellt – sondern im Portemonnaie des Bürgers und Steuerzahlers. Demgegenüber würde sich die Lösung des CO2-Problems mittels Biopyrolyse in den Statistiken als echtes Wachstum darstellen, während umgekehrt der einzelne Bürger nur marginal belastet würde, zumal eine Problemlösung dieser Art nicht viel mehr kosten würde als das, was heute schon unter diesem Titel ausgegeben wird.

Die CO2-Thematik als Tummelfeld für Endzeit-Propheten

2006 brachte der frühere US-Vizepräsident Al Gore einen viel beachteten Film in Umlauf, der ein düsteres Bild von der Zukunft unseres Planeten zeichnete und die Botschaft verbreitete, dass die Welt unverzüglich Massnahmen gegen den CO2-Ausstoss treffen müsse, wenn vermieden werden soll, dass innerhalb von 10 Jahren ein „point of no return“ überschritten werde und die Erde rettungslos auf eine Klimakatastrophe apokalyptischen Ausmasses zusteuern werde. Wenige Monate später doppelte der britische Premierminister Tony Blair nach mit der Behauptung, dass unserem Planeten nur noch 10 bis 15 Jahre bis zum besagten klimatischen „Kipp-Punkt“ verblieben. Und drei Jahre später verbreitete der britische Thronfolger Prinz Charles die Botschaft, dass der Menschheit nur noch 8 Jahre verblieben, um das Klima-Verhängnis aufzuhalten. Ein Jahr später wiederum zeigten die beiden britischen Universitäten von Newcastle und Edinburgh mit ihrer Studie „Biochar, reducing and removing CO2 while improving soils: A significant and sustainable response to climate change“ auf, wie das CO2-Problem auf wirtschaftliche Art und Weise zu lösen wäre. Leider ging diese seriöse und praxisorientierte Ausarbeitung im Getöse der Endzeit-Prophetien und der Weltuntergangspropheten unter, die sich nun überall zu regen begannen und ebenso lautstark wie undifferenziert nach Subito-Lösungen verlangten. David Rode und Paul Fishbek, zwei Forscher der Carnegie Mellon University im amerikanischen Pittsburgh, haben die extremsten Untergangs-Prophezeiungen gesammelt, die in den letzten 50 Jahren zum Thema Klimawandel publiziert wurden – total 79 an der Zahl. Und sie stellten fest, dass in diesen Prognosen in der Regel eine Frist von zwei Dezennien bis zum Weltuntergang genannt wurde. Weiteres Resultat der unter dem Titel „Apocalypse now? Communicating extreme forecasts” veröffentlichten Studie: Stetes Weltuntergangs-Geschrei entfaltet eine kontraproduktive Wirkung in doppelter Hinsicht: Einerseits untergräbt es die Glaubwürdigkeit der mit den apokalyptischen Szenarien assoziierten Probleme bei der Bevölkerung und anderseits verhindert es konkrete und pragmatische Problemlösungen. Letzteres, weil die spiegelfechterische Bewirtschaftung der Probleme durch die Alarmisten die Sicht auf effektive Lösungsansätze gnadenlos vernebelt.

Verbaler oder realer Klimaschutz?

Ob die Reduktion des CO2-Anteils in der Atmosphäre nach den Vorgaben des Pariser Klimaabkommen gelingt, auf halber Strecke stecken bleibt oder lediglich einer auf Machtausbau oder Machterhalt fokussierten Politik als potentes emotionales Druckmittel dient, ist von mehreren Faktoren abhängig. Im Vordergrund stehen dabei die Machbarkeit, die Finanzierbarkeit und die Solidarität unter den in das Abkommen eingebundenen Nationen, aber auch die in der Regel unterschätzte Frage, ob die Bevölkerung zur Mitwirkung motiviert werden kann. Hier sind schon mal erhebliche Zweifel angebracht. Nächste Frage: Werden jene Länder, die heute das Pariser Klimaabkommen mitzutragen versprechen, auch morgen noch dabei sein? Und werden die Reduktionsziele wie auch die Zeitachsen von allen gleich interpretiert? Hier zumindest wissen wir, dass dem nicht so ist: Indien zum Beispiel versteht unter „Reduktion“ nur eine kontinuierliche Drosselung des Mehrverbrauchs, während China als weltweit grösster CO2-Verursacher verlauten lässt, dass man mit der CO2-Reduktion erst 2030 beginnen werde und die Ziele des Klimaabkommens frühestens 2060 werde erreichen können. Doch selbst diese Beteuerungen dürfen keinesfalls zum Nennwert genommen werden; wer dem naiven Glauben unterliegt, Deklarationen aus dem Reich der Mitte Glauben schenken zu können, möge sich mal die Buchliteratur über die „Chinesischen Strategeme“ zu Gemüte führen. Und die EU? Bietet wenigstens sie Gewähr dafür, dass die derzeit vor allem auf dem Papier bestehende CO2-Politik sinngemäss umgesetzt wird? Auch hier sind Vorbehalte angebracht. Denn dass die Fokussierung auf „Netto Null“ primär eine verbale Übung ist, die wohl in einem Hornberger Schiessen enden dürfte, geht schon allein aus der Tatsache hervor, dass bislang noch niemand Anstalten getroffen hat, die CO2-Recycling-Strategie qua Biopyrolyse – das bislang einzige Verfahren, mit welchem sich die genannte Zielsetzung bis zur Deadline von 2050 erreichen lässt – an die Hand zu nehmen. Tatsächlich fristet diese noch immer ein Dornröschendasein und ist bislang über einzelne Pilotanlagen nicht hinausgekommen. Denn auch in Europa gilt wie überall auf der Welt der Grundsatz: Politik lebt von der Bewirtschaftung der Probleme und nicht von deren Lösung.