Sackgassen des neuen CO2-Gesetzes: Weitere 7 triftige Gründe für mehr Realitätssinn und weniger Reglementierungen in der Klimapolitik

Wenn man die Böcke zu Gärtnern macht…

Nachdem sich die Landesregierung gezwungen sah, die durch den Corona-Lockdown verursachten Schaden mit Riesensummen abzumildern und die Wirtschaft von den schlimmsten Folgen zu bewahren, gibt es für die Ratslinke kein Halten mehr: Lautstark wird gefordert, dass ein Teil der exorbitanten Summe für sogenannte „Klimaschutz-Investitionen“ verwendet werde. Gesamthaft handelt es sich um rund 20 Milliarden CHF. Da soll nun also die Staatskasse unter dem Titel des Klimaschutzes zulasten künftiger Generationen für die Realisierung irgendwelcher diffuser Projekte weiter geschröpft werden, während umgekehrt ein Viertel des Betrags bei umsichtigem Vorgehen ausreichen würde, um das ganze CO2-Problem – das man mittlerweile vor lauter zwanghaftem Aktionismus aus den Augen verloren zu haben scheint – pragmatisch und nachhaltig zu lösen. Umgekehrt kommt aus der grünen Ecke der Vorschlag, CO2 in der Schweiz einzufangen und in den norwegischen Erdöllagerstätten zu versenken. Eine irrwitzige Geschichte, die – wenn man dabei auf das derzeit favorisierte schweizerische Verfahren zur CO2-Abscheidung aus der Atmosphäre zurückgreifen würde – mit jährlichen Kosten von approximativ 25 Milliarden CHF verbunden sein dürfte. Zusätzliche Beweise dafür, dass man die „Lösung“ des geophysikalischen CO2-Überschuss-Problems nicht der Inkompetenz jener überlassen darf, die am lautesten danach rufen.

Wenn Staat und Klima-Stiftungen mit veralteten Technologien fuhrwerken…

Die mit öffentlichen und privaten Mitteln finanzierte Stiftung my climate fördert in Zusammenarbeit mit Holzenergie Schweiz den Ersatz von Öl- und Gasheizungen durch moderne, als klimaneutral geltende Pellet-Heizungen. Und in Zusammenarbeit mit dem Bund fördert sie in Peru den Bau von Holzöfen und Kochherden, die durch eine bessere Nutzung des Brennholzes CO2 reduzieren, die Umwelt schonen und Kosten sparen sollen. Das Abkommen zwischen der Schweiz und Peru, welches in diesem Zusammenhang abgeschlossen wurde, gilt aus Sicht der Schweizer Landesregierung als weltweit pionier- und beispielhaft. Tatsache ist: Die Fortschrittlichkeit der beiden Vorhaben hätte man bis vor rund fünf Jahren noch belobigen können. Inzwischen ist jedoch auf dem Gebiet der Holznutzung durch die Weiterentwicklung biopyrolytischer Verfahren eine neue Situation eingetreten, die die beiden Projekte alt aussehen lassen. Denn Brennholz sollte mittlerweile nicht weiterhin bloss verbrannt, sondern in Prozesswärme und hochwertige Biokohle umgewandelt werden, wobei durch die Produktion der letzteren mit jedem Kilo drei kg CO2 zurückgewonnen werden. Somit können mit einer biopyrolytisch betriebenen Gross-Heizanlage nebst Wärme auch Biokohle gewonnen und CO2-Zertifikate generiert werden. Rechne: Bei einem Investitionsvolumen von 2 Millionen CHF für den Bau einer derartigen Anlage (beispielsweise als Annex zu einem Forstbetrieb) lassen sich pro Jahr aus rund 2´500 Tonnen Brennholz und Holzabfällen 5 Millionen KWh Wärme, 650 Tonnen Biokohle und Zertifikate über die Neutralisierung von 2´000 Tonnen CO2 produzieren. Wenn man nun auf der Ertragsseite die von der myclimate-Stiftung offerierten 18 Rappen pro Kilowattstunde Wärme, den Verkaufspreis von 800 CHF pro Tonne Biokohle und für die CO2-Realzertifikate die vom Bund als CO2-Abgabe auf Heizöl erhobenen 29 Rappen pro Kilo Heizöl (entsprechend 25 Rappen pro Liter) aufaddiert und auf der Aufwandseite 1 Million CHF für Brennstoff und Betriebskosten subtrahiert, so gelangt man zu einem Zwischentotal, welches zeigt, dass sich die Anlage in dreieinhalb bis vier Jahren amortisieren lässt. Und wenn man anderseits das erwähnte Entwicklungshilfe-Projekt für Peru von der Verbrennung auf Pyrolyse umstellt, so lassen mit den CO2-Zertifikaten die entsprechenden Öfen finanzieren, während die mit diesen Systemen arbeitenden Bauern ein hervorragendes Bodenverbesserungs- und Düngemittel erhalten, mit welchem sich zugleich das vielerorts noch bestehende Toilettenproblem durch den Einbezug der Biokohle mit ihren hygienisierenden Effekten in den Stoffkreislauf auf die bestmögliche Art lösen liesse.

Ist der Verzicht auf fossile Energieträger a priori „nachhaltig“?

In der Schweiz befassen sich manche – zumeist mit öffentlichen Mitteln alimentierte – Entitäten mit Aspekten der Nachhaltigkeit, und die allermeisten fokussieren dabei ihre Bestrebungen auf die Verringerung des CO2-Ausstosses. Und alle zielen direkt oder indirekt auf einen Verzicht bzw. auf eine Substitution der fossilen Brenn- und Treibstoffe. Umgekehrt thematisiert keine einzige dieser Institutionen die Option des wirtschaftlichen CO2-Recyclings mittels Biopyrolyse. Dies, obwohl die Informationen über die Technologie und deren Relevanz frei zugänglich sind, mittlerweile mehrere praxistaugliche Systeme disponibel sind und inzwischen sogar der Weltklimarat betont, dass die Ziele des Pariser Klimaabkommens nur zu erreichen sein werden, wenn im grossen Stil Kohlenstoff aus der Atmosphäre zurückgewonnen und inertisiert werden kann. Diese pragmatisch nicht nachvollziehbare Realitäts-Resistenz der führenden Nachhaltigkeits-NGOs lässt sich wohl nur so erklären, dass sich die These vom unabänderlichen Verzicht auf fossile Energieträger nach und nach zu einer Art Glaubensinhalt verfestigt hat, unter dessen politischem, medialem und gesellschaftlichem Druck sich jeder als Häretiker in die Ecke gestellt sieht, wenn er die akkurat gleiche Zielsetzung auf anderen, dafür umso realistischeren, wirtschafts- und sozialverträglichen Pfaden erreichen will als das Gros der in ihren Klima-Vorstellungen und ihrer Fakten-Resistenz verharrenden Mainstream-Lemminge. Ein nachhaltiger Ansatz ist in dieser Haltung, die sich einer pragmatischen Lösung des Problems stur in den Weg stellt, beim besten Willen nicht erkennbar.

Peinlich: Grosskonzerne als zahnlose Me-too-Klimaschützer

Unter Grosskonzernen im Banken-, Versicherungs-, Logistik- und Vertriebsbereich hat sich in jüngster Zeit eine Art „Wettbewerb des Wohlverhaltens“ etabliert. Gewinner ist, wer sich dem „Druck von der Strasse“ rascher beugt, die Grosskunden- wie auch die Lieferantenliste nach Merkmalen des CO2-Ausstosses durchkämmt und vermeintliche „schwarze Schafe“ aussortiert. So gibt es beispielsweise Banken, die keine Betriebe mit hohem CO2-Ausstoss mehr finanzieren und es gibt auch verschiedene Versicherungsgesellschaften, die solche Entitäten nicht mehr versichern wollen. In der Regel lassen sich diese Grossunternehmen für ihre Anbiederung an den vermeintlichen Mainstream und für ihr ach so uneigennütziges Engagement zugunsten des Klimas auch gebührend belobigen. Dies namentlich von den Medien, den Politikern, den Aktionären und den Konsumenten. Dabei müssten die für solche Me-too-Bekenntnisse verantwortlichen Entscheidungsträger von den Aktionären eher relegiert und durch solche mit einem besseren Realitätsbezug ersetzt werden. Dann würden sich wohl auch die Aussichten verbessern, dem CO2-Problem innerhalb der von der Pariser Klimakonferenz festgelegten Deadline von 2050 Herr zu werden. Beispielsweise dadurch, dass konsequent das CO2-Recycling und die Produktion von Biokohle gefördert würden statt weiterhin auf das Erzeugen heisser Luft und auf die Verschleuderung von Investitionsmitteln für nicht oder nur bedingt zukunftstaugliche Konzepte zu setzen.

Zur Lösung untauglich: Die Kamikaze-Politik der (angeblich) Grünen

Als ob die Existenz der Nation allein von der CO2-Frage abhinge und als ob es in ihrer Macht stünde, den CO2-Gehalt der Atmosphäre im Alleingang auch bloss minimal zu beeinflussen, legt die Grüne Partei einen „Klimaplan“ vor, der die Deadline zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens um 10 Jahre vorverlegen will: Bereits in 20 Jahren soll die Schweiz „netto null“ erreichen und danach mehr CO2 absorbieren als sie freisetzt. Dies könnte zwar technisch und organisatorisch machbar sein – allerdings nur mit einer stringenten Proliferation der Biopyrolyse, die im Endeffekt sogar noch mehr Geld bringen könnte als sie kostet. Deren Potenzial wird jedoch in diesem Paper total verkannt und ignoriert, obwohl es angeblich von Fachleuten verfasst wurde. Ein dürftiger Hinweis findet sich lediglich beim Thema „Landwirtschaft“, wo eingeräumt wird, dass die Biokohle einen marginalen Beitrag zur Problemlösung leisten könnte. Sonst aber ist die ganze Strategie auf die Vermeidung der CO2-Freisetzung aus fossilen Energieträgern und die direkte Rückgewinnung von CO2 aus der Atmosphäre ausgerichtet. Dabei wird ausdrücklich auf das „Climeworks“-Verfahren hingewiesen – ein technisch faszinierendes, aber extrem aufwändiges Procedere, mit dessen Hilfe sich aus Abgasen und der Umgebungsluft CO2 abscheiden lässt. Nach vorsichtigen Schätzungen dürfte sich der Liter Heiz- und Dieselöl durch die Umlagerung der Recycling-Kosten um 70 bis 90 Rappen verteuern. Kleine Anekdote am Rande: Während sich die Grünen beim neuen CO2-Gesetz vehement dafür einsetzten, dass die CO2-Neutralisation zu zwei Dritteln in der Schweiz erfolgen müsse, spricht man im Paper davon, das in der Schweiz rezyklierte CO2 zur Verpressung nach Norwegen zu exportieren. (Siehe dazu auch den Flash „Der ergänzende Lösungsvorschlag des Weltklimarats…“). Auch sonst lässt das Paper Eigenschaften einer Kamikaze-Strategie erkennen, bei der alles der Vermeidung von CO2 untergeordnet wird – ohne Rücksicht auf Verluste an anderen Stellen des Staatshaushalts und unter massiver Einschränkung von Eigentumsrechten und bürgerlichen Freiheiten.

Biopyrolyse rettet den Tropenwald

In den Medien wird lebhaft Klage geführt über den jährlichen Verlust grosser Waldgebiete, die durch Brandrodung oder Abholzung auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Unbeachtet bleibt dabei, dass gerade die Biopyrolyse diesem Tun wirksam Einhalt gebieten könnte: Wo Plantagen angelegt werden, würden sich diese besser rechnen, wenn die Ernte-, Holz- und anderen Grünabfälle der Erde in der Form von Biokohle zurückgegeben werden – mit besten Bodenverbesserungs- und Mineralstoffdünge-Effekten. Und mit einem Zusatzertrag durch den Verkauf von CO2-Zertifikaten. Den mittelständischen Bauern wiederum kann gezeigt werden, dass sie durch Biopyrolyse aus einem Waldstück bessere Erträge generieren können als aus einem schlechten Acker und dass sich eine Kombination der beiden Bewirtschaftungsformen als Erfolgsmodell erweisen könnte. Und den Kleinbauern, die Holz zum Kochen brauchen, können neuartige Pyrolyse-Herde zur Verfügung gestellt werden, mit welchen sie Wärme zum Kochen und zugleich Biokohle produzieren können – letztere zur Hygienisierung der Toiletten und zur Düngung der Äcker. Und den Holz-Wilderern schliesslich, die wertvolles Tropenholz illegal in Grillkohle verwandeln, kann mittels Pyrolyse geholfen werden, ihr Gewerbe zu legalisieren und dabei erst noch bessere Erträge zu erzielen als mit den mafiösen Organisationen, welchen viele von ihnen zudienen. Was letztlich bedeutet, dass mit der Biopyrolyse nicht nur das CO2 Problem gelöst werden kann, sondern noch eine ganze Reihe weiterer Probleme, die die Welt derzeit beschäftigen.

Der ergänzende Lösungsvorschlag des Weltklimarats – ein Danaergeschenk!

Nachdem mittlerweile auch der Weltklimarat gemerkt hat, dass ein Totalverzicht auf die Verwendung fossiler Energieträger bis 2050 nicht zu schaffen ist, hat er seine Empfehlungen auf das Rezyklieren von CO2 aus der Atmosphäre ausgedehnt. Die entsprechenden Empfehlungen gehen vor allem dahin, der Atmosphäre CO2 zu entziehen und zu sequestrieren, d.h. sicher einzulagern. Unter anderem wird dabei das CCS-Verfahren (Carbon Captive Storage) erwähnt, bei dem CO2 aus Abgasen oder aus der Umgebungsluft abgetrennt und in Erdöl- oder Erdgas-Lagerstätten oder auch speziell abgeteufte Bohrlöcher verpresst wird. Was hier auf den ersten Blick noch plausibel erscheinen mag, erweist sich bei längerer Reflexion indessen als hochgradig schwachsinnig: Weshalb soll – und dies erst noch bei exorbitant hohem Energie- und Kostenaufwand – CO2 abgetrennt und verpresst werden, wo es doch lediglich um den Kohlenstoff geht? Denn CO2 besteht aus zwei Sauerstoffatomen und einem Kohlenstoffatom. Da stellt sich doch jedem zu kritischem Hinterfragen befähigten Zeitgenossen die Frage, weshalb denn das dreifache Volumen entsorgt werden muss, wenn doch der Sauerstoff per se völlig unproblematisch ist und mit einfachen Mitteln vom Kohlenstoff getrennt werden kann? Und weshalb muss der Kohlenstoff auf problematische Weise – und erst noch unter Inkaufnahme von Erdbeben-Risiken und nicht planbaren Reaktionen – in tiefen Erdschichten eingelagert werden, wo er doch als Biokohle hervorragende Dienste leisten könnte? Ist dieses Vorgehen physikalisch zwingend oder handelt es sich dabei um eine ausgewachsene Schildbürgerei, weil es auch anders geht? Spätestens nach dieser Fragestellung hätte man mittels einer einfachen Internet-Suche auf die Biopyrolyse stossen müssen – und wohl auch auf die vor über 10 Jahren von den Universitäten Newcastle und Edinburgh herausgegebene Studie, welche diese Technologie als Mittel zur Lösung des CO2-Problems beschreibt. Und auch auf den bedeutenden Sekundärnutzen, der mit der Applikation dieser Technologie verbunden ist.