Sackgassen des CO2-Gesetzes: 12 triftige Gründe für mehr Realitätssinn und weniger Reglementierungen in der Klimapolitik

Die Politik missbraucht das Klima, statt es zu schützen!

Die Erderwärmung und der Aufruf massgeblicher Klimaforscher zur Reduktion des CO2-Gehalts der Atmosphäre – die wiederum ihren Niederschlag im Klimaabkommen von Paris finden – werden von führenden Klima-Aktivisten dazu benutzt, der Bevölkerung Abgaben und Reglementierungen aufs Auge zu drücken, die nicht nur die Wirtschaft als Basis des Volkseinkommens und des Sozialwesens bedrohen, sondern ausserdem tief in die individuelle Bewegungs- und Gestaltungsfreiheit eingreifen. Dies mit der Behauptung, dass das CO2-Problem nicht anders als mit einem Totalverzicht auf die Nutzung fossiler Energieträger zu lösen sei. Diese Behauptung ist falsch, missbräuchlich und erfolgt wider besseres Wissen, wie wir in dieser Informationsbroschüre darlegen. Dieser Falschinformation liegt offensichtlich die Absicht zugrunde, im Schlüsselbereich der Energie das marktwirtschaftliche durch ein planwirtschaftliches und letztlich asoziales Scheinlösungs-System zu ersetzen.

Lenkungsabgaben verlängern das Problem, statt es zu lösen!

Im Allgemeinen dienen Lenkungsabgaben dazu, die Konsumenten zu einem sparsamen Umgang mit den Ressourcen wie auch zum Umsteigen auf Alternativen zu bewegen. Lenkungsabgaben erweisen sich jedoch umgekehrt als sinnlos, wenn damit lediglich marginale Effekte erzielt werden können und wenn sich das eigentliche Ziel – im vorliegenden Fall die Reduktion des aus fossilen Brenn- und Treibstoffen in die Atmosphäre entweichenden CO2 auf „netto null“ – damit nicht erreichen lässt. Und die Strategie ist noch viel sinnloser, wenn die Lenkungsabgaben höher sind als die Kosten, die bei einer effektiven Lösung des Problems entstehen. Das ist beim Heizöl bereits der Fall: Hier sind die Abgaben heute schon nahezu doppelt so hoch wie die Kosten, die eine CO2-Neutralisierung des Heizöls verursachen würde.

Warum muss die CO2-Bilanz unbedingt im Inland kompensiert werden?

Die Schweiz importiert ihre fossilen Energieträger praktisch zu 100 Prozent. Dennoch sind die derzeit massgeblichen Politiker der Meinung, dass die aus der Nutzung dieser Energieträger resultierenden CO2-Frachten grösstenteils in der Schweiz kompensiert werden müssen. Diese Haltung ist schlicht nicht nachvollziehbar – weder rational noch politisch noch philosophisch. Und schon gar nicht aus ökonomischer Sicht. Denn unter dem Aspekt des Recyclings kann die CO2-Neutralisation fossiler Energieträger im Ausland zu einem Bruchteil der Kosten realisiert werden, die dafür in der Schweiz mit ihrem vergleichsweise geringen Anteil an verwertbarer Biomasse und ihrem generell hohen Kostenniveau zu berappen sind. Mit der Kohlenstoff-Rückgewinnung in Schwellen- und Entwicklungsländern kann zudem eine Win-Win-Situation zu deren wirtschaftlichem und sozialen Nutzen geschaffen werden. (Mehr dazu unter dem Titel „Was hat die Klimapolitik mit Entwicklungshilfe zu tun?“)

Die Verbrennung fossiler Brenn- und Treibstoffe ist kein „unumkehrbarer Prozess“!

Von Fachleuten aus dem Bereich der Energie- und Umweltberatung hört man häufig das Argument, bei der Verbrennung fossiler Energieträger handle es sich um einen „unumkehrbaren Prozess“. Die Behauptung zeugt nicht etwa von Sachverstand, sondern von naturwissenschaftlicher Ignoranz. Denn über die Photosynthese gelangt das CO2 zurück in die Vegetation. Bei einer CO2-Überfrachtung der Atmosphäre hilft sich die Natur langfristig selbst durch die Produktion von mehr Biomasse. Es wird geschätzt, dass die Biomasse unseres Planeten in den vergangenen drei Dezennien um rund 10 Prozent zugenommen hat. Allerdings verläuft dieser Prozess sehr langsam, weshalb es durchaus Sinn macht, mit der Biopyrolyse-Technologie, die eine Rückgewinnung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre zu wirtschaftlichen und sozialverträglichen Konditionen ermöglicht, etwas nachzuhelfen.

Die Biopyrolyse ist ein seit Jahrhunderten praktiziertes Verfahren.

Die Biopyrolyse, mit welcher sich aus Biomasse reiner Kohlenstoff gewinnen und inertisieren lässt – und die damit besser und kostengünstiger als jede andere Methode ein Recycling des in der Atmosphäre gelösten Kohlenstoff-Dioxids ermöglicht – wird schon seit Jahrhunderten praktiziert und dient Köhlern noch heute dazu, aus Stück- und Rundholz Holzkohle zu produzieren. Diese wurde früher gebraucht, um die für das Schmelzen von Metallen erforderlichen hohen Temperaturen zu erreichen. Durch die Erschliessung von fossilen Kohleflözen, mit welchen ein bedeutend kostengünstigerer Brennstoff von hoher Dichte gewonnen werden konnte, wurde diese Technologie weitgehend obsolet. Durch den klimatisch bedingten Zwang zu einer stringenten CO2-Bewirtschaftung dürfte die Biopyrolyse jedoch in Kürze eine Renaissance erleben – in einer umwelttechnisch und betrieblich optimierten Form, die ein CO2-Recycling nach wirtschaftlichen Kriterien ermöglicht.

Was hat die Klimapolitik mit Entwicklungshilfe zu tun?

Wenn die Biopyrolyse in Entwicklungsländern mit üppiger Vegetation zum Einsatz gebracht wird, so können sich dort nicht nur grössere, sondern insbesondere auch mittlere und kleinere Agrarbetriebe selbst ein wertvolles Material zur Regeneration und zur Steigerung der Fruchtbarkeit ihrer Böden auf biologischer Basis erschaffen. Umgekehrt werden mit der Produktion von Biokohle im gleichen Masse CO2-Realzertifikate generiert, die auf der Wiedergewinnung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre basieren. Mit den Zertifikaten wiederum können die Biopyrolyse-Anlagen finanziert bzw. amortisiert werden. Eine Win-Win-Situation auf Augenhöhe, in deren Rahmen die Entwicklungsländer nicht einfach als Empfänger von Entwicklungshilfe-Leistungen, sondern als gleichwertige Geschäftspartner erscheinen – ganz im Sinne einer „Entwicklungs-Zusammenarbeit“ also, die diesem häufig noch als Worthülse gebrauchten Begriff zu echtem Inhalt verhilft.

Biodiesel – ein klimatisches Nullsummenspiel!

Die – früher noch ressourcen- und nicht CO2-bedingte – Befürchtung einer Verknappung fossiler Treibstoffe hat die industrielle Landwirtschaft frühzeitig auf die Idee gebracht, mittels geeigneter Kulturpflanzen grossflächig Biodiesel zu produzieren. Dies klingt allerdings mit Blick auf eine sich abzeichnende Nahrungsmittel-Knappheit nicht sehr verantwortungsvoll. Ausserdem und ganz besonders erscheint die Produktion von Biodiesel auch aus klimatechnischer Sicht unsinnig. Denn je mehr Felder für die Produktion von Bio-Kraftstoff genutzt werden, desto höher wird umgekehrt die Freisetzung von Kohlenstoff in der Form von CO2 aus den Äckern in die Atmosphäre. Die vermeintliche Klimaneutralität des Biodiesels ist durch diesen Sachverhalt bereits wieder partiell dahin – ganz abgesehen vom Produktionsaufwand, der auch nicht ohne erheblichen Energie-Einsatz zu schaffen ist…

Kostenwahrheit durch reale CO2-Recycling-Gebühren

Immer mehr führende Ökonomen verlangen heute von der CO2-Politik Kostenwahrheit. Was konkret bedeutet, dass mit den auf CO2 erhobenen Gebühren getreu dem Verursacherprinzip die Kosten gedeckt werden sollen, die durch die Nutzung fossiler Energieträger entstehen. Unter diesem Gesichtspunkt ist das vorliegende CO2-Gesetz eher Ablenkungsmanöver als Mittel zum Zweck, wird doch ein grosses Regelwerk geschaffen, dessen multiple Vorschriften allenfalls marginal zum CO2-Abbau beitragen mögen, während umgekehrt genau jene Massnahmen unbeachtet bleiben, mit welchen das Problem gelöst werden und auf die meisten anderen Bestimmungen verzichtet werden könnte: Die CO2-Realzertifikate, welche sich nach der Menge des in Form von Biokohle aus der Atmosphäre zurückgewonnenen Kohlenstoffs bemessen. Sie bilden eine Art Recyclinggebühr, die sich nach groben Schätzungen auf ca. 15 Rappen pro Liter fossiler Brenn- und Treibstoffe beziffern lässt. Und die in dieser Grössenordnung durchaus als wirtschafts- und sozialverträglich bezeichnet werden darf. Frage: Warum soll nicht auch im Bereich des Kohlenstoff-Recyclings eine Praxis eingeführt werden, die sich im Bereich der Abfall- und der Kreislaufwirtschaft bestens bewährt hat?

Was sind CO2-Realzertifikate?

Die heute international gehandelten CO2-Zertifikate basieren auf Aktivitäten und Investitionen, durch welche ein zusätzlicher CO2-Ausstoss vermieden oder eine bestehende CO2-Quelle vermindert oder zum Versiegen gebracht worden sein soll. Durch den Erwerb solcher Zertifikate erhalten Verbraucher fossiler Energieträger das Recht, die Atmosphäre mit einer bestimmten Menge an CO2 zu belasten. Somit handelt es sich bei den konventionellen CO2-Zertifikaten weniger um ein CO2-Reduktions- als vielmehr um ein CO2-Umlagerungsinstrument, welches nur einen eingeschränkten Beitrag zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaabkommens leisten kann. Demgegenüber sind CO2-Realzertifikate Atteste, die das Recycling und somit die Neutralisierung einer bestimmten Menge CO2 belegen. Und die ausserdem leicht zu berechnen sind, zumal mit einem Kilogramm Biokohle die Menge an CO2 kompensiert wird, die durch die Verbrennung von 1 kg Heizöl oder Diesel freigesetzt wird. Bei den konventionellen CO2-Zertifikaten handelt es sich somit um ein Ablasshandels-Dokument, bei den CO2-Realzertifikaten dagegen um eine Recycling-Gebühr.

Auch die Förderung des Holzbaus trägt zur Senkung des CO2-Anteils der Atmosphäre bei!

Durch eine umsichtige CO2-Politik, die auf Recycling durch Nutzung der Biomasse statt auf einen Totalverzicht auf die Verwendung fossiler Brenn- und Treibstoffe setzt, erhält die Forstwirtschaft eine goldene Zukunft: Moderne Bearbeitungs-, Veredelungs- und Konservierungstechniken ermöglichen die Errichtung sicherer und hochstabiler Hochbauten für Wohn- und betriebliche Zwecke. Durch die entsprechende Holznutzung wird der Atmosphäre ebenfalls CO2 entzogen, was wiederum zu einer Entschädigung in der Form von CO2-Realzertifikaten berechtigt. Das Restholz kann dabei zu Spanplatten mit analoger Entschädigungsberechtigung verarbeitet werden, während sich die weiteren Forstabfälle für die Herstellung von Prozesswärme und Biokohle nutzen lassen. Beide sind rentabilisierbare Erzeugnisse und werfen ausserdem noch CO2-Realzertifikate ab.

Die Schweiz unter einer politischen Klima-Käseglocke?

Die Argumentation der Politiker, die das neue CO2-Gesetz zu verantworten haben, klingt ganz danach, als ob die Schweiz ihr eigenes Klima hätte und überdies in der Lage sei, dieses zu beeinflussen. Dies ist nicht nur unrealistisch, sondern auch eine masslose Überschätzung der Rolle, die unserem Land klimatechnisch zufällt: Was die Schweiz unter dem Titel der Klimapolitk mit Milliardensummen und der Kujonierung ihrer Bürger zu tun sich anschickt, wird auf die weltweite CO2-Gesamtbilanz ohne Einfluss bleiben: Wenn beispielsweise China unter dem Druck der wachsenden Nachfrage ein halbes Dutzend Kohle-Grosskraftwerke baut, so werden diese mehr CO2 in die Atmosphäre blasen als die Schweiz mit einer Netto-Null-Politik einzusparen vermag. Während letztere – allen gegenteiligen Behauptungen zum Trotz – nicht mit einer dramatischen Steigerung der Innovationskraft einhergehen, sondern lediglich mit einer deutlichen Einbusse an wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit verbunden sein wird.

Zum Beispiel Mexiko…

Wie die Bemühungen der Schweiz um einen stringenten Klimaschutz mittels Totalverzicht auf die Nutzung fossiler Energieträger durch einen Regierungsbeschluss eines einzelnen Landes und gleichsam mit einem einzigen Federstrich völlig zunichte gemacht werden können, zeigt das Beispiel Mexikos, eines wichtigen Aussenhandelspartners der Schweiz: Dort wurde von der Regierung Obrador bestimmt, dass man statt auf erneuerbare Energien künftig auf Schweröl-Kraftwerke setzen werde. Tableau! Hier könnte man mit einem Biokohle-Engagement im Rahmen einer agrarischen Entwicklungszusammenarbeit einen Akzent setzen, der früher oder später zu einem Umdenken – wenn zunächst auch nur in homöopathischen Dosen – führen könnte. Für die schweizerische Politik und ihr Sendungsbewusstsein in ethischen Fragen eine ausgezeichnete Gelegenheit, mit dem guten Beispiel voranzugehen. Jedenfalls um Potenzen besser als stur an der zum Scheitern verurteilten me-too-Politik der Dekarbonisierung festhalten zu wollen…