Vorbemerkungen des Verfassers

Seit rund 10 Jahren liegt beim UVEK (dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation) eine Studie der Universitäten Newcastle und Edinburgh herum unter dem Titel „Biochar, reducing and removing CO2 while improving soils: A significant and sustainable response to climate change“. Diese Studie zeigt auf, wie sich das CO2-Problem auf wirtschaftliche und sozialverträgliche Art lösen lässt – nämlich mit Hilfe der Biopyrolyse, einem Verfahren, welches man seit Jahrhunderten kennt und mit dem Köhler noch heute aus Stück- und Rundholz hochwertige Holzkohle herstellen.

Aber was tut das UVEK, was tut der Bundesrat und was tut das Parlament? Als ob diese Technologie überhaupt nicht existierte und als ob nicht gerade in jüngerer Zeit substanzielle Optimierungsschritte in Richtung Umweltverträglichkeit, Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit erzielt worden wären, die die Technologie zum Mittel der Wahl für die Lösung des CO2-Problems prädestinieren, halten sie stur an der Forderung nach einem Totalverzicht auf die Nutzung fossiler Energieträger fest. Einer Strategie nota bene, die zum Scheitern verurteilt ist – eine Erkenntnis, die sich jeder und jedem leicht erschliesst, die/der sich kritisch mit der Thematik auseinandersetzt und beobachtet, wie unterschiedlich die wichtigsten Länder in dieser Sache ticken.

Schlimmer noch: Die massgeblichen Akteure in der Sache machen geltend, dass die Wirtschaft mit ihrer hohen Innovationsbereitschaft Mittel und Wege finden werde, das Problem zu lösen. Und dann gehen sie hin und ignorieren vorsätzlich genau jene Innovation, mit deren Hilfe sich das Problem lösen lässt. Wie lautet doch gleich der Titel von Friedrich Glausers grossem Psycho-Kriminalroman: „Matto regiert“.

Folgerichtig legen Landesregierung und Parlament denn auch ein CO2-Gesetz vor, welches im Endeffekt darauf ausgerichtet ist, die Marktwirtschaft mit ihren regulierenden Effekten streckenweise auszuhebeln, die Bürger mit exorbitant hohen, teil weise unnötigen und zumeist zweckfremden Abgaben zu kujonieren und die zur Kontrolle all dieser erratischen Massnahmen erforderliche Administration ordentlich aufzublähen, ohne dass sich das CO2-Problem damit lösen lässt. Alles in allem ein Problembewirtschaftungsszenario statt einer Problemlösungs-Strategie. Und ein Polit-Drehbuch, dessen Umsetzung nur jene begünstigt, die aus der inszenierten Unlösbarkeit der Problemstellung wirtschaftlichen und politischen Nutzen ziehen können.

Diesem Spiel mit gezinkten Regeln stellt sich unsere Arbeitsgemeinschaft, als deren Moderator sich der Autor dieser Buchpublikation engagiert, dezidiert entgegen. Denn die Missachtung einer geophysikalisch wirksamen Technologie, die zu einer Lösung der derzeit als grösstes Problem des Planeten und der Menschheit betrachteten Aufgabe – so sich denn die Einschätzung des Weltklimarats ganz oder teilweise bestätigen wird – führen kann, ist wirtschaftlich und gesellschaftlich amoralisch. Und was wirtschaftlich und gesellschaftlich nicht angeht, kann politisch nicht richtig sein.