Basics zu unserem Engagement für eine pragmatische, wirtschafts- und sozialverträgliche Lösung der CO2-Frage

Es besteht ganz offensichtlich eine (experimentell nachgewiesene) Korrelation zwischen dem CO2-Gehalt der Atmosphäre und der Erderwärmung. Nachgewiesen ist auch der sogenannte „Treibhaus-Effekt“ – unter anderem dadurch, dass das Einblasen von CO2 in ein Treibhaus ein bis zu 30 % höheres Pflanzenwachstum bewirkt.

Spekulativ dürfte dagegen die These sein, wonach die aktuelle Erderwärmung zu einem wesentlichen Teil auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen sei und sich diese durch die Menge der in die Atmosphäre entweichenden Mengen an CO2 regulieren lasse. Und gar falsch ist die Annahme der europäischen Regierungen, dass die Erderwärmung ausschliesslich auf die Nutzung fossiler Brenn- und Treibstoffe zurückgehe und dass sich der entsprechende Trend nur durch einen Totalverzicht auf diese Energieträger stoppen lasse. Gegen diesen Glauben sprechen vor allem zwei Gründe:

Erstens ignoriert die Klimapolitik eine andere, ebenfalls auf menschliche Aktivitäten zurückzuführende CO2-Quelle bislang noch völlig: Durch die intensive agrarwirtschaftliche Nutzung der Böden werden laufend grosse Mengen des in der Erde gespeicherten Kohlenstoffs in der Form von CO2 freigesetzt; die entsprechende Menge dürfte bei ca. 30 bis 40 % der in die Atmosphäre gelangenden CO2-Überschüsse liegen.

Und zweitens nimmt sich die Natur gleichsam selbst des Problems an und reagiert auf die Überfrachtung der Atmosphäre mit CO2 durch die Bildung zusätzlicher Biomasse – genau so, wie dies die Pflanzen im Treibhaus nach dem Einblasen von zusätzlichem CO2 tun. Es wird geschätzt, dass die Biomasse des Planeten in den letzten zwei Dezennien unter dem Einfluss des höheren CO2-Eintrags um weit über 10 Prozent zugenommen hat.

Das Problem des (zu) hohen CO2-Anteils in der Atmosphäre und der dadurch begünstigten Erderwärmung besteht somit darin, dass dem natürlichen Kohlenstoff-Kreislauf mehr CO2 zugeführt wird, als dieser über die Photosynthese zu verarbeiten vermag und dass dadurch ein Stau entsteht. Es handelt sich somit nicht um ein politisches oder philosophisches, sondern schlicht um ein geophysikalisches Problem, welches denn auch nicht mittels undifferenzierter Hauruck-Methoden, sondern mittels nachhaltiger geophysikalischer Massnahmen zu lösen ist – was natürlich ein rudimentäres naturwissenschaftliches Verständnis voraussetzt. 

Die Lösung besteht darin, dass der natürliche Kohlenstoff-Kreislauf unterstützt und beschleunigt wird. Dafür steht heute eine Methode zur Verfügung, deren Prinzip vom Köhlergewerbe seit Jahrhunderten genutzt wird, um aus Rund- und Stückholz Holzkohle herzustellen. Diese Methode, fachsprachlich unter dem Terminus Pyrolyse bekannt, wartet nur darauf, in modernisierter Form für die Umwandlung von Biomasse aller Art in wertvolle Biokohle und damit auch für die Erfüllung der Vorgaben des Pariser Klimaabkommens genutzt zu werden.

Biokohle ist ein reines, hochwertiges Naturprodukt, welches für eine Vielzahl von Applikationen in den Bereichen der Agrarwirtschaft, der Viehzucht, der Umwelttechnik, der Bauwirtschaft, der Hygiene und sogar der Medizin wie auch in gewissen High-Tech-Disziplinen genutzt werden kann und damit die Basis für einen neuen, vielversprechenden und entwicklungsfähigen Markt bietet.

Ihre wichtigste Applikation findet die Biokohle aber zweifellos in der Landwirtschaft, wo sie als Bodenverbesserer und Mineralstoffdünger unschätzbare Dienste leistet: Verdichtete Böden werden dadurch gelockert, zu nasse Böden drainiert und zu trockene Areale mit einem aufnahmefähigen Feuchtigkeitsspender versehen; zugleich werden die im restlichen Pflanzenmaterial gebundenen Mineralstoffe rezykliert. Vor allem aber erhalten die Böden den durch die Bewirtschaftung verloren gehenden Kohlenstoff zurück; die entscheidende terrestrische Ernährungsgrundlage von Mensch und Tier wird dadurch gesichert.

Ausser der Biokohle produziert die Biopyrolyse auch Prozesswärme – die unter anderem für die Produktion elektrischer Energie genutzt werden kann –, und zugleich bringt sie einen Zusatznutzen in der Form einer vollständigen CO2-Neutralisierung: Jedes Kilo Biokohle kompensiert die Nutzung eines Kilos fossiler Brenn- oder Treibstoffe. Damit können CO2-Recyclingzertifikate einer neuen Qualität generiert werden, die im Gegensatz zur aktuellen Praxis nicht auf diffuse Vermeidungsstrategien und auf bloss indirekt mit der Reduktion des CO2-Ausstosses verbundene Massnahmen referenzieren, sondern die Rückführung überschüssigen Kohlenstoffs aus der Atmosphäre dokumentieren.

Studien der ETHZ und weiterer Institute haben gezeigt, dass unser Planet über ausreichende Mengen ungenutzter Biomasse wie auch über die erforderlichen Aufforstungspotenziale verfügt, um das gesamte durch die Nutzung fossiler Energieträger freigesetzte CO2 mittels biopyrolytischer Prozesse neutralisieren zu können. Das CO2-Problem ist somit allein durch die flächendeckende Applikation adäquater biopyrolytischer Methoden lösbar.

Die moderne Form des Kohlenstoff-Recyclings wie auch ihr Nutzen für Natur und Klima wurde 2009 in einer Aufsehen erregenden Studie der Universitäten Newcastle und Edinburgh beschrieben, die unter dem Titel „Biochar, reducing and removing CO2 while improving soils: A significant and sustainable response to climate change" erschien. Diese Studie wird indessen akkurat von jenen Kreisen ignoriert, die heute am lautesten nach einer Lösung des CO2-Problems verlangen. Dies mag paradox erscheinen, gehorcht aber der alten Erkenntnis, dass Politik von der Bewirtschaftung der Probleme lebt und nicht von deren Lösung.

Folgerichtig müsste das entsprechende Dossier der Politik entzogen und in die Hände von hochprofessionellen NGOs gelegt werden, die über die nötigen Kompetenzen und Ressourcen verfügen, welche es ihnen gestatten, die Probleme ziel- und wirkungsorientiert zu lösen, ohne dass sie von der Politik daran gehindert werden können und ohne dass dafür gleich das Volksvermögen und die Sozialwerke geschädigt, die Konsumenten und Bürger kujoniert und ein beträchtlicher Teil der Wirtschaft an die Wand gefahren werden muss. Umgekehrt sollte sich die Politik darauf beschränken, die für eine pragmatische Problemlösung erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Und vor allem sollte sie der Versuchung widerstehen, mit Hekatomben unnützer oder kontraproduktiver Vorschriften die Probleme zu multiplizieren statt abzubauen. Denn dass die zur vermeintlichen Lösung der CO2-Frage aufgegleisten Gesetzesbestimmungen und die Energiestrategie 2050 zur Erreichung des angestrebten „Netto Null“-Ziels nichts taugen, sei hier lediglich anhand von zwei Sachverhalten exemplifiziert:

Die Behauptung, wonach die Solarenergie einen entscheidenden Beitrag zur CO2-Vermeidung leisten und die Schweiz zugleich unabhängig vom Ausland machen könne und deshalb massiv zu subventionieren sei, Ist nichts weiter als ein Fake: In Mitteleuropa liegt das durchschnittliche Rendement der Photovoltaik-Anlagen bei einem Return-Faktor von ca. 0,9. Das bedeutet, dass das für die Herstellung der entsprechenden Paneelen – die übrigens grossmehrheitlich aus China stammen – ausgestossene CO2 das während der Lebensdauer der Elemente eingesparte CO2 um rund 10% übertrifft. Das spricht zwar nicht gegen eine Nutzung der Fotovoltaik auch in unseren Breitengraden, wohl aber gegen deren undifferenzierte Einstufung als CO2-neutral und deren Subventionierung.

Im Weiteren dürfte „Netto Null“ allein schon an den zu erwartenden Kosten scheitern. Denn im Gegensatz zu allen anderen im Klimaschutz mit Fokus auf Netto Null engagierten Staaten und Entitäten hat sich die neuseeländische Regierung als bisher erste und einzige an eine Vollkostenrechnung für den Totalverzicht auf die Nutzung fossiler Energieträger bis 2050 herangewagt. Resultat: Die realen Kosten liegen bei 16% des Bruttoinlandprodukts. Umgerechnet auf die Schweiz wären dies 115 Milliarden CHF pro Jahr, was um 65% über dem Gesamtbudget der Eidgenossenschaft liegt und die Einzelhaushalte nicht bloss mit den vom UVEK blauäugig kalkulierten 100 Franken pro Jahr, sondern letzten Endes mit einem Einkommens-Verlust von 15 bis 20 % belasten dürfte.

Demgegenüber wäre eine CO2-Neutralisierung mittels Biopyrolyse für einen bruchteiligen Gesamtaufwand von ca. 6 bis 9 Milliarden CHF – und dies erst noch verteilt auf 20 Jahre – zu haben. Die Tonne CO2 würde dabei lediglich mit ca. 40 CHF belastet, was einem Aufpreis von ca. 15 Rappen pro Liter Heizöl oder Diesel entspricht. Zum Vergleich: In der Schweiz wird der Liter Heizöl heute schon mit einer CO2-Abgabe von 25 Rappen belastet, wobei die Erträge nicht für das CO2-Recycling verwendet werden, wie dies die Bezeichnung der Steuer indirekt vorgaukelt. Die Belastung der Tonne CO2 mit einer „Recycling-Gebühr“ von 40 bis 50 Dollar entspricht übrigens ziemlich genau jenem Betrag, den der US-amerikanische Wirtschafts-Nobelpreisträger William D. Nordhaus als international angemessen und verkraftbar bezeichnet.

Was konkret bedeutet, dass eine Lösung des CO2-Problems gemäss heutigem Wissensstand nur mit Hilfe der Biopyrolyse möglich sein wird. Dies ist auch die Überzeugung unserer genossenschaftlich strukturierten NGO, die sich voll in den Dienst dieser Strategie stellen wird.